Sonntag, 2. August 2015

Ecuador - Cotopaxi

Absolutes Ecuador - Highlight!

Bin immer noch komplett begeistert und unglaublich froh, dass wir dort waren!
Bzw. dann auch, dass wir eine Nacht länger geblieben sind als ursprünglich. Am Tag der Busfahrt von Cuenca nach Cotopaxi (knappe 7 Stunden - irgendwann wird man Busfahrten gewöhnt...) haben wir unseren ursprünglichen 9 Uhr Plan ein paar Stunden nach hinten verschoben - irgendwie ging's uns beiden ned besonders gut.. vermutlich macht die Höhenluft doch mehr aus als gedacht.

Deshalb sind wir erst recht spät angekommen - gegen 21:30 Uhr und haben an dem Abend Cotopaxi nicht mehr gesehen. Cotopaxi war definitiv auf meiner Ecuador-Liste - prinzipiell um ehrlich zu sein vermutlich mein einziges Must-See in Ecuador.

Daten/Fakten dazu, damit ihr nicht selbst googeln müsst: ;)
- Cotopaxi ist mit 5.897 m der zweithöchste Berg in Ecuador (nach dem Chimborazo mit 6.267 m - der Gipfel vom Chimborazo ist übrigens jener Punkt, der am weitesten vom Erdmittelpunkt entfernt ist; zwecks der Äquatornähe. Der Chimborazo befindet sich 1° südl. Breite; während Mt. Everst auf 28° nördl. Breite liegt und Chimborazo liegt knapp über 2 km weiter vom Erdmittelpunkt entfernt, obwohl er nicht so hoch ist... ;)
- Cotopaxi ist der zweithöchste noch aktive Vulkan der Welt (Ojos del Salado 6.893 m Grenze Chile/Argentinien ist der höchste; Platz 3 belegt der Popocatépetl mit 5.462 m in Mexiko).

Also ja; soweit mal ein paar Dinge für euch für die Rubrik unnützes Wissen ;)

Die Cotopaxi-Tour, die wir eigentlich am nächsten Morgen machen wollten haben wir um einen Tag verschoben, weil es dem Ben dann doch nicht so ganz gut gegangen ist.. und bei so einem Vorhaben sollte man doch recht fit sein. Deshalb den ersten Vormittag dort einfach mal die Umgebung genossen! Und ich hab mich sofort absolut verliebt - mit so einem Ausblick in der Früh - auf einen unglaublich hohen schneebedeckten Vulkan.. genial! :)


Und das ganze aus einem Hobbit - Haus.. wir haben ja unsere ursprünglichen Pläne über den Haufen geworfen, weil die Hobbit-Häuser eine Woche vorher ausgebucht waren.. aber wenn man die Chance hat in einem Hobbit-Haus zu schlafen, dann muss man das nutzen! ;) 
Generell muss ich sagen, dass das Hostel zu einem meiner absoluten Favoriten zählt.. und normalerweise mach ich nicht so viel um die Unterkunft.. aber das Hostel hat es total verdient mehr als erwähnt zu werden.. 
Secret Garden Cotopaxi nennt sich die Unterkunft, in der wir waren und die Besitzer haben sich definitiv etwas einfallen lassen; unglaublich viele Details, die einfach passen.. :) 
Ein Kamin im Gemeinschaftsraum, gratis Tee und Kaffee den ganzen Tag; Essen im Preis dabei; Touren perfekt organisiert; ein Jacuzzi mit Blick auf den Cotopaxi; ein "Plumpsklo"-Gebäude, mit dessen Inhalt im nächsten Jahr der Garten gedüngt wird... ;) 
Und eben unter anderem Hobbit-Häuser, die super in kleine Hügel integriert gebaut worden sind (geöffnet erst ca. 6 Wochen, bevor wir dort waren! :) 


Hobbit Haus :) 


Ausblick in Richtung Osten

und Westen

:) und Lamas.

Ausblick Richtung Norden

Für Neuankömmlinge gibt es am Nachmittag immer eine kleine Wanderung zu Wasserfällen in der Nähe. Und da sind wir natürlich mit. Ausrüstung: Gummistiefel; wobei ich mir die sparen hätte können, weil sie nicht viel anderes als Blasen verursacht haben und ja; ganz wasserdicht waren sie auch nicht mehr.. aber wert war's die Wanderung trotzdem! :) 

Wasserfall Nr. 1 - an dem Tag recht wenig Wasser.



"and now we can climb the waterfall" - hab ich zuerst nicht ganz ernst genommen, aber hat dann wirklich funktioniert! ;) Etwas rutschig war der Spaß schon - und Gott sei Dank hat uns der Guide erst als wir oben waren erzählt, dass die Woche davor einer ausgerutscht und hinuntergefallen ist.



Die restliche Wanderung sind wir im Flussbett entlang um zum zweiten Wasserfall zu kommen. Riesige Steine haben das Ganze zu einem kleinen Hindernisparcour gemacht - aber definitiv lustiger als irgendwo auf der Geraden zu spazieren. :) Vor allem weil die Gegend super war - irgendwie wie aus einem Dinosaurierfilm :)


Ziel der Wanderung: dieser Zwillingswasserfall :)
Hammer-Ort. Unglaublich ruhig; außer ein paar Vögeln .. echt absolut schön.



Die Strecke zurück haben wir dann überhaupt nur im Flussbett gemeistert.. mit einigen Passagen, die dann doch recht tricky waren.. ein paar Mal war wirklich Klettern angesagt - mit Händen und Füßen .. und auf einmal hören wir ein Fluchen und dann auf einmal ein Plaaaaaatsch .. und ich dreh mich um und seh einen Mitwanderer in ca. hüfthohen Wasser stehen.. ;) der Arme ist ausgerutscht und dann im Wasser gelandet.. ;) Und ich bin mir sicher, dass in nassen Jeans zurückwandern nicht unbedingt lustig war . ;) 


Highlight aber dann definitiv am nächsten Tag. Wanderung Cotopaxi (zum Refugio und dann noch etwas weiter in Richtung Gletscher war geplant - Gipfelwanderung wäre ohne Vorbereitung da definitiv nicht möglich!) Und wir hatten in der Früh sogar halbwegses Wetterglück und haben Cotopaxi vom Hobbit House aus gesehen. :)



Tourstart mit Transport bis zum Parkplatz recht weit schon am Vulkan. Die Fahrt dorthin war schon absolut cool - wie eine Mondlandschaft hatte ich das Gefühl - überall riesige Brocken Steine, die bei diversen Ausbrüchen unglaublich weit verteilt worden sind.. Die Vegetation ist je weiter wir nach oben sind weniger geworden - ein paar Mini-Blümchen sind noch hin und wieder zu sehen gewesen, aber dann irgendwann nur mehr Geröll und Gestein - und auf einmal auch Schnee.. Im Juli... aber ich hab trotzdem etwas grinsen müssen bei Schnee! :) 
Am Parkplatz dann raus aus dem Auto und wir sind mal ordentlich von Wind und Schnee begrüßt worden.. dann also gleich nochmal retour - und noch Schicht Nr. 5 und 6 anziehen; Kapuze noch enger zu und noch kurz Mut fassen.. Das war definitiv ein zurückversetzt werden in den tiefsten Jänner bei den Temperaturen! 

Aber ja - eingebildet hab ichs mir ja - da darf ich dann nicht jammern.. und deshalb: los. 
Weg zum Refugio-Camp ca. 1 km - und ca. 300 Höhenmeter
Also nicht so tragisch? - ja.. möchte man meinen.

Nach den ersten paar Schritten hab ich schon gemerkt, dass das ein andere Berggehen ist als daheim. Und je mehr Schritte es geworden sind, umso kleiner sind sie geworden.. Die Höhenluft macht echt einen unglaublich großen Unterschied!! Ganz schön langsam hieß es da sich vorarbeiten... 


Das gemeine am ganzen Vorhaben vor allem auch: durch den Vulkan"sand" und dem Schnee war der Aufstieg prinzipiell immer: einen Schritt nach vorne gehen und einen halben zurück rutschen.. Dementsprechend haben wir vermutlich auch doppelt so viele Höhenmeter gemacht wie geplant ;)


Und komplett dick eingepackt und dem Wind halbwegs zu entkommen.


Einige Gedanken beim Raufgehen: Warum zum Teufel würde man freiwillig den Mt. Everest oder ähnliche Berge besteigen? Wind, Schnee, ewig kleine Schritte, man hat ständig das Gefühl keinen Schritt weiter zu kommen und die Luft wird immer weniger... aber die Frage hat sich dann erübrigt, als wir oben waren (auch wenn sicher nicht vergleichbar mit einem Gipfelsieg, aber dennoch ein Ziel, das erreicht wurde). Definiv ein Juhuu-Moment :) 
Und sicher auch weil das der höchste Punkt ist, an dem ich je war.. :) 
Wir haben uns dann im Refugio-Camp eine halbe Stunde "aufgewärmt" - wobei das eher ein abkühlen war meiner Meinung nach; leider kein Feuer bzw. auch nicht wirklich geheizt.. und die ausgeborgten Baumwollhandschuhe sind dann auch nicht getrocknet.. - stellt euch vor wie lustig dann nach einer halben Stunde in saukalte und nasse Handschuhe schlüpfen... Wäääääähh.... aber ja..
Nach dem "Aufwärmen" noch einmal in Richtung weiter nach oben - und ich glaub wir waren dann auf ca. 4.900 m Seehöhe (und damit ist das die offizielle Zahl an Höhenmetern, wo ich war ;) .. an und für sich Richtung Gletscher - aber wegen zu viel Schnee hat sich das leider erledigt.. 
Wobei - leider - ich war ehrlich gesagt froh, dass wir dann nach ein paar Fotos wieder umgedreht haben und nach unten sind - WIIIIIIIIND .. und es hat dann auch wirklich zum schneien begonnen.. 


Also leider dann eher Wetterpech, auch wenn es in der Früh besser ausgesehen hat; aber ja - Berge - da ändert es sich halt einfach viel viel schneller... 


Die Tourgruppen aus Quito, die nur einen Tagesausflug unternommen haben sind uns dann beim Abstieg entgegengekommen - und ich bin unglaublich froh, dass wir früher dran waren - so hat es sich dann doch noch etwas "einzigartiger" angefühlt, als mit 50 Leuten gleichzeitig nach oben zu gehen... 

Kurz zum Drüberstreuen sind wir dann noch kurz zu einem See, von dem aus Cotopaxi super zu sehen war. :) 



Wie schon erwähnt hat Secret Garden Cotopaxi ein Jacuzzi  - in dem wir uns dann nach der Wanderung aufgewärmt haben. Dort oben hatte ich das Gefühl, dass mir niiiiie wieder warm werden wird; aber das hat sich dann ganz schnell erledigt :) 
Und mit Ausblick auf den Vulkan, in vermutlich 38° warmen Wasser und anschließender Nacht in einem Hobbit Haus kann der Tag eigentlich nur gut enden :) 

Die paar Tage beim Cotopaxi also wie gesagt mein absolutes Ecuador Highlight! :) 

Und das wird's auch bleiben, weil es das war mit Ecuador - mehr dazu dann beim nächsten Mal.
Hasta la proxima. :) 

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