Mittwoch, 26. August 2015

Colombia - Reise nach Panama - ein Versuch

Wecker um kurz nach 6 Uhr, nachdem die Nacht kurz und teilweise schlaflos war..
Nicht so viel Schlaf für die Stefanie, weil die Leute im Schlafsaal mitten in der Nacht nach Hause gekommen sind und nicht so viel Schlaf für mich, weil ich nach wie vor mit meinen Moskitostichen kämpfe, die mitten in der Nacht anfangen zu jucken.. einfach so..

Aber ja, die Taxifahrt hat wunderbar funktioniert und wir haben uns auf ein, zwei Stündchen Schlaf im Flieger nach Panama City eingestellt. Nur.. hat das leider nicht so ganz funktioniert, weil...

Wir waren etwas mehr als 1,5 Stunden vorm Flug am Counter - also an und für sich genug Zeit. Bevor wir uns zu den Schaltern von VivaColombia (wird mit PhilippineAirlines und Cebu in meine Top3 Airlineliste aufgenommen!) anstellen können, muss jeder bei einem Menschen vorbei, der so kleine Zettelchen austeilt, die man ausfüllen muss.. Und er meint dann er will unsere Buchung sehen, wie wir wieder aus Panama ausreisen.. aaahm ja - haben wir nicht; wir wollen mit dem Bus weiter nach Costa Rica irgendwann eine Woche oder 10 Tage später..
Hmm .. ja, dann können wir nicht fliegen, wir brauchen eine Ausreisebestätigung..

Lustigerweise gibt's diese Info nirgends online! Nicht auf der VivaColombia Website, noch in den Reiseführern, und einige andere Seiten sagen, dass es manchmal kontrolliert wird, aber eigentlich nur, wenn man mit dem Boot oder mit dem Bus einreist.. und am Flughafen in Panama wird nicht kontrolliert, aber manche Airlines wollen es sehen (wozu frag ich mich, wenn in Panama selbst nicht mehr kontrolliert wird?!)
Auf jeden Fall hat er dann gemeint ja wir haben 10 Minuten um was vorzuweisen.

Sch**..

Na gut - Laptops raus - Skyscanner, Buswebsites von Panama nach Costa Rica.. drei Mal parallel.. um irgendwie was zu finden. Und direkt neben uns ein australisches Paar mit demselben Problem.
Die hatten die Info etwas früher als wir und hatten dann innerhalb von 4 Minuten einen Flug nach Costa Rica gebucht - für 11.000 Hong Kong Dollar... ja - ich hab's selbst nicht geglaubt und ich hab dann extra nachgeschaut, wie viel das in Euro ist.. aber ja innerhalb von 4 Minuten eine Entscheidung treffen ist halt echt irre..
Die beiden sind dann mit der Buchungsbestätigung hin zu dem Menschen, bei dem man die kleinen Zettelchen ausfüllen muss; und der meinte dann er kann die elektronische Bestätigung nicht nehmen - er braucht eine ausgedruckte Version. Und sie haben noch 6 Minuten Zeit..
- das ist die nächste Frage  - warum zum Geier braucht er eine ausgedruckte Version für einen Weg raus aus Panama, wenn er in Bogota am Flughafen sitzt und in Panama das alles gar nicht gecheckt wird?!

Gut, während wir dann weiter versucht haben irgendwas zu finden (die Busseiten waren grade nicht verfügbar - und die Flugbuchungsseiten haben ewig geladen..) sind die beiden irgendwo hin gerannt und haben versucht das zu drucken..
Währenddessen hab ich dann versucht mit dem Menschen mit den Zettelchen zu reden, ob wir nicht bitte einchecken können und dann den blöden Wisch mit der Ausreise später vorweisen können.. Nein, geht nicht.
Dann ist neben mir eine kleine, etwas ältere Kolumbianerin erschienen, die alle notwendigen Dokumente hatte und einchecken wollte und er A* schaut auf die Uhr und meint, es sei schon 6 Minuten nach 8 Uhr, und der Check-In für die Koffer schließt um 8 Uhr.. Dh. sie kann leider nicht einchecken... und auch nach minutenlanger Diskussion hat er sich nicht weichklopfen lassen und die alte Dame ist mit fast nassen Augen wieder retour und hat keine Ahnung was dann gemacht..

Dann sind die beiden Australier wiedergekommen; keine Chance irgendwo was zu drucken.. aber der Zettelchen-Mensch hat sich dann doch irgendwie überreden lassen und hat die beiden zum Schalter durchgelassen.. dort neue Diskussion - nein, es ist nach 8 Uhr.. (Flug war übrigens um 9:20 Uhr).. sie können mitfliegen, aber der große Rucksack, den sie aufgeben wollten nicht?!

Das heißt im Endeffekt mussten die beiden dann den großen Rucksack in Bogota lassen.. sie haben dann versucht so viel wie möglich so schnell wie möglich in das Handgepäck umzupacken, wobei ich ja bezweifle, dass sie viel umpacken haben können..
Und weil wir das mitbekommen haben, haben wir dann das Buchen einfach bleiben lassen .. weil ohne Gepäck.. und einer Entscheidung innerhalb von 10 Minuten bei schlechter Internetverbindung..

und 10 Minuten später haben sie dann sowieso zugemacht.. 

Gut.. Was tun? 
Sie haben uns dann zum Schalter 153 verwiesen, wo man Fragen zwecks Umbuchen etc. stellen kann.. nur war dieser Schalter recht begehrt.. und Leute haben die Dame hinter dem Schalter angeschrien.. anscheinend ist nämlich ein Flug ersatzlos gestrichen worden und ja, recht viele Leute sind halt da gestrandet. 


Dementsprechend haben wir uns dann entschieden etwas zu warten, erstmal einen Kaffee trinken zu gehen und vielleicht einen Plan B oder C zu schmieden.. 
Diese Pläne haben dann gereicht von: wir fahren nach Medellin und bleiben dort noch ein paar Tage und fliegen erst Ende der Woche nach Panama.. bis hin zu: wir fliegen am Nachmittag nach Miami, bleiben ein paar Tage in Florida und fliegen dann nach Nicaragua.. Aruba war eine Option und ein paar andere Spinnereien.. 
Und das alles, weil ein Idiot vor dem Check-In Schlater kein Auge hat zudrücken können bzgl. einer Regelung, die in Panama selbst absolut keine Auswirkung gehabt hätte.. 

Wir wollten dann noch warten auf die Dame hinter dem Schalter 153, aber nachdem sie knapp 2,5 Stunden später immer noch mit schreienden Leuten zu tun hatte und das Internet am Flughafen niemals gereicht hätte um einen Flug zu buchen oder andere Pläne zu fixieren, sind wir dann einfach retour ins Hostel... 

Das COME BACK SOON hätten wir nicht besser erfüllen können ;) 

Im Endeffekt haben wir jetzt einen Hin- und Rückflug Bogotá - Panama gebucht; selber Flug einen Tag später also.. und den Rückflug können wir als Ausreisedokument hernehmen - müssen wir halt noch drucken ;)  und dann schauen wir, wie wir nach Costa Rica kommen.. 

Wehe, der Zettel-Mensch morgen checkt unser Ausreisedokument aus Panama nicht!!!!! Wenn er das nicht macht, dann halt ich es ihm vor die Nase und schimpf ordentlich mit ihm.. ;)

Also wieder mal eine Geschichte über Pläne, die sich geändert haben.. ist teilweise schon spannend, mit welchen Regelungen und Gesetzen man sich konfrontiert sieht.. vor allem, wenn man den Sinn hinter den einzelnen Regelungen so gar nicht versteht.
aber ja - part of the adventure. :) 
und dafür reist man ja, um solche Dinge zu erleben; ginge alles glatt wäre es ja nur halb so spannend.. oder so.. ;) 

Colombia - Leticia

Von der Nordküste Kolumbiens also ganz in Richtung Südosten, an die äußerste Grenze von Kolumbien; Grenzgebiet und Dreiländereck zwischen Kolumbien, Brasilien und Peru: nach Leticia. Mitten im Nirgendwo im Amazonas-Gebiet. Dass es hier überhaupt Zivilisation gibt wundert einen.. plus, dass es Autos oder Mopeds gibt.. wie kommen die dort hin? Wer kommt auf die Idee sich dort anzusiedeln?


Leticia liegt direkt neben Tabatinga, das schon zu Brasilien gehört.. beide Orte sind auf derselben Flussseite und man kann nicht wirklich sagen, wo welches Land aufhört und welches anfängt. Unser Guide hat uns das Haus gezeigt, das noch zu Kolumbien gehört .. und dessen Nachbarhaus ist ca. 10 m entfernt und gehört offiziell zu Brasilien.. Lustigerweise haben die beiden Länder ja eine Stunde Zeitverschiebung.. wenn man da also zum Nachbarn hinüberpaddelt gewinnt bzw. verliert man eine Stunde ;) 

Unser Plan: wir wollen in den Dschungel.. und haben uns deshalb entschieden eine 2Tages Tour mit zu machen. Überall liest man, dass man mindestens 30 km weit von der Zivilisation weg muss, um wirklich im Regenwald zu landen und deshalb war die 2-TagesTour mit einer Nacht in der Hängematte mitten im Dschungel unsere Wahl ;) Boot - dann Wanderung durch den Dschungel zum Camp - dort die Nacht - weiter zu einem anderen Fluss - dort wieder sind wir abgeholt worden und sind über einen anderen Fluss zurück nach Leticia gebracht worden. Hört sich im Endeffekt nicht so spannend an - war es aber! ;)  

der "Hafen" - eher rustikal; 
auffällig: Müll überall.. 

voller Erwartung - schon gut eingedeckt mit Sonnencreme und Moskitospray!

Falls es jemand noch nicht weiß.. eine meiner Lieblingsbeschäftigungen generell ist es, mich mit Sonnencreme einzuschmieren.. kann man nie zu viel haben in der Nähe des Äquators.. Stefanies Lieblingsbeschäftigung im Regenwaldgebiet: No-Bite Mosiktospray!! Und ich muss mittlerweile auch sagen, dass ich zumindest für die paar Tage in Leticia die Sonnencreme gegen Moskitospray getauscht habe!
Mehr dazu später.

Wir sind also mit dem Boot, unserem Guide, dem Bootsfahrer und seiner Frau und drei deutschen Mädels los in Richtung Dschungel. Zuerst den Amazonas entlang - und der ist teilweise unglaublich breit!!! Zitat Ben: "this looks like english tea" ;) Und dann sind wir bei einem Mini-Fluss abgebogen, der schon recht knapp am zu wenig tief sein war .. (ist nämlich aktuell nicht Regenzeit und deshalb sind die Flüsse recht niedrig).

Und beim Einbiegen in diesen Minifluss haben wir mit dem Boot ein paar Fische aufgeschreckt, die dann vor lauter Aufregung aus dem Wasser gesprungen sind.. und einer hat es direkt ins Boot geschafft... ;) So ist Fischen einfach!! ;) 


weiter an einigen "Häusern" vorbei - wobei .. eher Hütten.. wirklich ein Wahnsinn zu sehen, wie die Leute hier teilweise leben


man sieht, dass der Wasserstand nicht allzu hoch ist.. 


Wir sind dann bei einem Haus aus dem Boot raus, haben dort auf den zweiten Guide gewartet und dann ging's wirklich in den Dschungel. Und der Weg dorthin war schon anstrengend genug.. ca. 20 Minuten in der prallen Sonne bei vermutlich mehr als 40 Grad. Dann im Dschungel selbst hatten wir zwar Schatten, aber der Guide meinte es wäre besser lange Sachen anzuziehen zwecks den Moskitos.. Na gut - also lange Sachen. 35 Grad. Und Luftfeuchtigkeit von gefühlten 100%.. Ich hab in meinem Leben glaub ich noch nie so geschwitzt.. Literweise! Mich wundert, dass wir nicht durchsichtig geworden sind! ;)

WELCOME TO THE JUNGLE


Am Weg hat uns unser Guide (geborener Peruaner, der in Brasilien wohnt und in Kolumbien arbeitet) uns alles möglich über Pflanzen, Tiere und alte Mythen und Glauben von Ureinwohnern erzählt.. wirklich spannend (auch wenn wir zwecks Akzent nicht alles zu 100 % verstanden haben ;).. 
Und dazwischen haben wir wieder geschwitzt. Und Wasser getrunken. Und geschwitzt.
Aber irgendwann ist man an dem Punkt angelangt, an dem einem wirklich herunterrinnende Schweißtropfen komplett egal sind. Und es ist Gott sei Dank jedem so gegangen ;) 

Lunch haben wir dann auch mitten im Dschungel bekommen.. :) Und nach einigen Stunden Wanderung merkt man echt, dass man Energie braucht.. nach dem Mittagessen ist es auf einmal wieder besser gegangen ;) 

diverse Pflanzen, die man noch nie gesehen hat... 

Stefanie nach dem 15ten Mal mit Moskitospray einsprühen ;)


mit Sack und Pack - Hängematte und Regendach haben wir mit getragen

ein Hundertfüßer (hab erst durch das Rückübersetzen von Englisch nach Deutsch gelernt, dass auch die gibt - nicht nur Tausenfüßer..) 

Ameisenstraßen.. superfließig sind die.. und lt. Guide bauen die nicht Ameisenhaufen wie wir sie von daheim gewöhnt sind, sondern haben ihr zu Hause unter der Erde.. wo sie mit einer blinden Schlange zusammenleben.. und die meisten Blätter, die unter die Erde transportiert werden sind Futter für die Schlange, die dann eine Art Milch ausscheidet, die dann wiederum Futter für die Ameisen ist... 

Spannend auch: mitten am Regenwaldboden findet man auf einmal Muscheln.. oder in einer fast ausgetrockneten Wasserlache einen toten Fisch; die haben jeweils den Wandel von Regenzeit auf Sommerzeit versäumt und sind dann eben dort verendet.. der Fisch war riesig und kann anscheinend bis zu 3m lang werden.. spannend auf jeden Fall, dass man diese Unterwasserviecher auf Regenwaldboden sieht.


Nach literweisem Schwitzen, stundenlangem Gehen und der Nachricht, dass wir nicht allzu viel Wasser übrig haben und wir beim Trinken sparen mussten sind wir dann endlich - kurz vorm Dunkel werden dort angekommen, wo wir die Nacht verbringen wollten. :) Und die Guides haben sich dann gleich dran gemacht unsere Schlafquartiere aufzubauen: eine Hängematte aufgespannt zwischen zwei Bäumen mit Moskitonetz rundherum und darüber eine Plastikplane falls es regnet.

Ausruhen.

Nach dem Abendessen sind wir dann noch ca. eine Stunde im finsteren Dschungel herumspaziert.. da verwandelt sich der Regenwald auf einmal und die Geräusche die man hört werden um einiges intensiver und man hört ganz andere Viecher quacken, singen oder sonstige Geräusche machen.

Der Guide der hinter der Gruppe gegangen ist hat uns auf einmal dann alle zurückgeholt, im Kreis aufstellen lassen und uns einen schwarzen Skorpion am Baum gezeigt, an dem wir vorher alle einfach so vorbeispaziert sind.. das nette kleine Viech ist äußerst giftig und hätte und innerhalb von einer Stunde mit 2 Bissen töten können.. super oder?
Sie haben ihm dann den hintersten Stachel abgeschnitten - somit ist aus dem möglichen tödlichen Skorpion ein harmloser Skorpion geworden (tut ihm aber nichts und lebt normal weiter)... damit wir ihn uns genauer anschauen können.. und ja, der Gedanke, dass man vorher einen halben Meter daran vorbeigegangen ist und das Viech einen hätte anspringen können war dann nicht allzu prickelnd.. 

Aber im Endeffekt hätte uns vermutlich fast jedes Viech dort was tun können - eine Tarantel haben wir übrigens auch gesehen. Gott sei Dank keine Anaconda! Und keinen Jaguar ;) Das wären die vermutlich schlimmsten gewesen ;) 

Nach dem Abendspaziergang sind wir dann direkt in unsere Hängematte.. Gummistiefel endlich ausziehen und aus dem komplett verschwitzten Zeugs raus - bääääh.. wie man so viel schwitzen kann.. unglaublich.

Die Nacht war.. ja. Toll. Gibt eine nette Geschichte dazu, wobei die Geschichte vermutlich aus zwei Perspektiven noch lustiger ist.. zuerst mal meine ;) 
Ich hab es mir also in meiner Hängematte gemütlich gemacht, bin endlich aus dem langen Zeugs raus und hab vermutlich schon kurz eingeschlafen gehabt, als ich auf einmal ein Krachen hör.. und zack - auf einmal befindet sich meine Hängematte nicht mehr auf einem halben Meter über dem Boden, sondern nur mehr 5 cm.. Der Guide war Gott sei Dank noch auf und hat mit einer Deutschen vor dem Feuer getratscht .. er hat irgendwas von nachtaktiven Affen erzählt und mir dann mit seiner Taschenlampe ins Gesicht geleuchtet.. bis er dann kapiert hat, dass es keine nachtaktiven Affen waren, sondern dass das Geräusch meine Hängematte war, die eben auf einmal hinuntergekracht ist.. "are you okay" .. - und ich hatte nicht wirklich eine Ahnung, was mit der Hängematte ist und war noch halb verschlafen.. "maybe" .. im Endeffekt hat er dann im Stockdunkeln die Hängematte versucht wieder am selben (recht dünnen Baum anzumachen) .. bis er dann beschlossen hat das ganze Ding überhaupt umzuhängen.. also raus aus dem Moskitonetz, in kurzem Gewand ohne Moskitospray .. und Hängematte umhängen.. hat dann nicht allzu lang gedauert und ich hab wieder zurück hinein dürfen.. Nur sind dann bei dem Versuch meine Haare in dem blöden Reißverschluss hängen geblieben... dh. im Endeffekt hat der Guide dann versucht meine Haare zu befreien .. wobei er dann nur meint "we have a problem" .. Genau so was will man hören mitten in der Nacht ! Aber ja - Zopf auf und irgendwie hat er es dann doch geschafft mich ohne größere Probleme und massiven Haarverlust zu befreien. ;) Ein Problem ist dann aber doch geblieben... meine Regenplane war noch am alten Fleck aufgespannt.. und bei jedem fallenden Blatt hab ich befürchtet, dass es zu regnen anfängt und ich hab mir schon diverse Strategien überlegt, was ich denn tue, wenn es wirklich zu schütten beginnt.. hat es aber Gott sei Dank nicht.. :)


Stefanies Perspektive des nächtlichen Erlebnisses: 
Müde nach dem langen Tag im Dschungel sind wir wie beschrieben gleich nach dem nächtlichen Ausflug schlafen gegangen. Die Hängematte war überraschend bequem und mit dem Mosquito-Netz hab ich mich so sicher gefühlt wie schon lang nicht mehr. Die Dschungel-Geräusche im Hintergrund sind ja super entspannend und unser Frosch hat rhythmisch gequakt. Diese idyllische Stimmung stellts euch jetzt bitte vor, wenn ihr meine Seite der Hängematten-Story lest‘s:
Ich bin grad eingeschlafen, als ich durch irgendwelche ganz eigenartigen Geräusche wach geworden bin. Hab das am Anfang nicht zuordnen können, bis ich Conny ganz deutlich gehört hab: „Out of the hammock?“ Hahaha – eh klar, die Conny, wer sonst? A paar Meter weiter rechts von mir seh ich dann wie sie und unser Guide irgendwas bei der Hängematte herumfuchteln, Conny kraxelt ganz mühsam raus und dann bauen die beiden die Hängematten wo anders auf, ein Ende zumindest, das andere ist auf dem Baum geblieben, wo es war. Nach der Prozedur, im Dunkeln natürlich alles hör ich Conny noch fragen: „What about the raincover?“ Und der Guide meinte nur: „You won’t need that“. In dem Moment hab ich dann nur befürchtet, dass es zu regnen beginnen wird, das wär noch typisch gewesen. Hat’s dann aber zum Glück nicht. Als die Conny dann in die neu installierte Hängematte rein wollte hab ich nur undefinierbare Geräusche gehört und dann den Guide ganz trocken sagen: „we have a problem with your hair“. Hab mir dann echt nur noch das Lachen verkneifen müssen. Das alles war einfach so typisch Conny. Sonst muss niemand mitten in der Nacht die Hängematte umbauen, hat dann kein Raincover, ist in kurzen Schlafsachen draußen im Mosquito-Paradies rumgerannt und hat sich dann auch noch beim Reinklettern in die Hängematte die Haare eingeklemmt. Haha. Ich muss immer noch schmunzeln. Und das Beste an der Geschichte war, dass wir am nächsten Tag dann erst erfahren haben, warum eigentlich das Ganze. Sie hat den Baum kaputt gemacht! Der (zugegeben dünne) Baum hat eindeutige Spuren gehabt und war dann echt schief. Conny hat uns leider nicht erlaubt ein Beweisfoto davon zu machen :P


so hätte das Ding aussehen sollen ;) 

In der Früh haben wir dann gleich noch einen schwarzen Skorpion gefunden.. also anscheinend wimmelt es von diesen Viechern

Sack und Pack wieder zusammengepackt und weiter geht die Wanderung. Und weiter geht der Wasserverlust ;) Literweise!

Und was wäre eine Regenwaldwanderung ohne ab und zu durch Bäche gehen zu müssen? Teilweise aber gar nicht so ohne, weil sie trotz Gummistiefel fast zu tief waren und wir deshalb über recht rutschige Bäume im Wasser balanciert sind.. eine der Deutschen ist hineingefallen ;) Aber wir haben es alles unbeschadet überlebt. 

Äffchen waren jene Tiere, die mir so ziemlich am besten gefallen haben :) vor allem, weil einen die halt am ehesten nicht weh tun ;)

Nach der morgendlichen Wanderung sind wir dann (endlich - wenn man stundenlang nur schwitzt dann fühlt es sich echt an wie die größte Erleichterung der Welt) zum Boot zurückgekommen, wo uns dann endlich auch wieder Trinkwasser erwartet hat. :) Puuuuh - geschafft also. Und im Nachhinein gesehen ein super Erlebnis! :) 

Nächster Punkt auf der Liste: abkühlen. Und zwar im Nebenfluss des Amazonas. In der braunen Suppe.. aber der Guide meinte hier könnte man locker schwimmen.. na gut - Überwindung war die Farbe schon etwas - aber wir haben uns dann doch hineingetraut und es war echt erfrischend und das beste, das uns in dem Moment hätte passieren können! :)



Nach dem Mittagessen war noch Piranha-Fischen am Programm und wir haben vor dem Schwimmen noch gescherzt, dass wir dann vermutlich 100 m weiterfahren und dort der Fisch-Stop sein würde... Aber ja.. 100m waren's nicht.. wir sind nämlich komplett zum gleichen Ort gefahren!! Wenn wir das gewusst hätten wären wir vermutlich nicht schwimmen gegangen!! 

kein Piranha - aber das erste Erfolgserlebnis vom Ben.. 
bei der Stefanie und mir hat das leider nicht so ganz funktioniert

Wir sind dann mit dem Boot doch etwas weiter und dann hat es auch mit dem Piranha funktioniert!!
Die Zähne sind der Wahnsinn!


Nachdem wir dann noch einen richtigen Regenguss im Amazonasgebiet mitbekommen haben, haben wir und auf den Rückweg gemacht. Von Peru (wo wir die Nacht verbracht haben) über Brasilien nach Kolumbien. 

Bootsfahrer mit seinem Sohn

kurze Klopause in Brasilien 

am Ufer sieht man echt so allerhand..

Unser letzter Planpunkt: nach Amazonasdelphinen suchen (Pink River Dolphins) :) und ich hab eigentlich geglaubt, dass die absolut selten sind und nicht wirklich damit gerechnet, dass wir welche sehen. Aber der Guide und der Bootsfahrer haben genau gewusst wo suchen .. (dort wo ein Fluss in den anderen mündet und zwei unterschiedliche Wasserströmungen zusammenkommen) .. und deshalb haben wir dann auch wirklich welche gesehen! :) 
Die Delphine sind bei vielen alten Völkern sowas wie heilig und es gibt unzählige Mythen und Sagen rund um die Tiere. Sie sind übrigens um einiges größer als die normalen Delphine, aber ich muss sagen, die normalen gefallen mir besser.. trotzdem super, die Tiere so nahe zu sehen. Und auch gut zu wissen, dass sie von den Einwohnern dort sicher nicht ausgerottet werden, weil sei eben verehrt werden..

Reise zurück.


Unser Guide für die Dschungel Tour.

Ihr könnt euch vorstellen wir unglaublich toll die Dusche nach dem Dschungelabenteuer war!!! :) So ziemlich das Bester aller Zeiten! ;) Leider nicht die Nacht danach.. die hab ich nämlich mit Leiden verbracht.. Ich hab nämlich irgendwie Stefanies Fluch von Cartagena übernommen und hab mich in der Nacht mit Strategien beschäftigt, wie die unzähligen Moskitostiche (vorwiegend auf der oberen Oberschenkelrückseite..) aufhören zu jucken! Wir haben eine neuen Anti-Juckcreme gekauft, die aber auch leider nur mäßig geholfen hat.. Im Endeffekt hab ich dann nach ewigem Kratzen den zweiten Polsterüberzug aus meinem Bett nass gemacht und ihn auf meinen Allerwertesten gelegt.. Das hat dann halbwegs gekühlt und soweit geholfen, dass ich dann doch irgendwann eingeschlafen bin. Aber ja, das gehört vermutlich zu Regenwaldgebieten dazu und ohne Moskitostiche zurück zu kommen wäre ja fast langweilig? ;)

Am nächsten - und letzten ganzen Tag in Leticia sind wir Canopying gegangen. Im Endeffekt ein Hochseilgarten mitten im Regenwald.. :)

Während wir auf den Guide gewartet haben, haben wir einen neuen kleinen Freund gefunden :) 
Zwergseidenäffchen nennt sich das Tier und es ist wirklich total süß! :) 

Weg zum Klettergarten


Los ging's dann mit einem 35m Aufstieg .. horizontal nach oben. Bei 35 Grad. Und hoher Luftfeuchtigkeit.. und wieder haben wir unzählige Wassertropfen verloren.. es ist echt unglaublich, wie viele Tropfen auf so einer Stirn Platz haben.. ;) 


Dann endlich oben angekommen sind wir über eine Hängebrücke, eine Zipline, ein Netz, noch eine Zipline und dann leider schon wieder nach unten. Der Ausblick von oben war aber unglaublich.. den Regenwald von oben zu sehen ist schon echt cool.. und auch der Gedanke 35 m hoch zu sein .. Ben meinte "so tief tauchen wir".. der Ausflug hat sich absolut ausgezahlt. :) 






Zusätzlich zu dem kleinen Äffchen haben wir dort auch noch einen Ozeloten gesehen, den die Guides verletzt gefunden haben und in einem Käfig so lange betreuen, bis es ihm wieder gut geht. Superschönes Tier! 

Sonnenuntergang
 

Obstmarkt in Leticia

Den letzten halben Tag vor unserem Flug zurück nach Bogotá haben wir mit Schwitzen verbracht .. ;) 
Unsere Lieblingsbeschäftigung in Leticia. hahaa..

Fazit: wieder eine ganz ganz andere Seite von Kolumbien.. Das Land ist so vielfältig, das ist unglaublich. Die paar Orte, die wir in den knapp 3,5 Wochen geschafft haben waren alle unterschiedlich; alle auf eine eigene Art und Weise toll und ich bin mir sicher, dass es noch ganz viele andere Orte in Kolumbien gäbe, die superspannend sind. 
Kolumbien gehört sicher zu den Ländern, in die ich irgendwann (hoffentlich bald) zurück möchte.. hier hätte man locker 2 Monate verbringen können und man hätte vermutlich immer noch nicht annähernd alles gesehen, was man möchte. Bin also offiziell Kolumbien-Fan.
Und jetzt kann ich es noch einmal sagen: Ich hab mich kein einziges Mal unsicher gefühlt. Mit Menschenverstand und etwas Vorsicht ist Kolumbien ein sicheres Reiseziel; die Leute sind freundlich und hilfsbereit.. natürlich gibt es Gegenden, in die man nicht fährt, weil es dort richtig gefährlich ist (aktuell die Grenze zwischen Panama und Kolumbien und auch zwischen Venezuela und Kolumbien..) .. aber ja, dort wo man aus Reisender-Perspektive hinfährt und man etwas Vorsicht walten lässt und Hausverstand einschaltet ist es sicher und absolut super! 

An dieser Stelle also ein:
hoffentlich bis bald Kolumbien! :)