Nach der Ausreiseverweigerung des netten Herren mit Zettelchen sind wir also wieder zurück nach Bogotá, wo wir halt dann noch eine Nacht verbracht haben .. Ich muss ganz ehrlich sagen, dass mich Bogotá am Anfang beim ersten Mal dort sein nicht so ganz von den Socken gerissen hat - kann auch der Jetlag gewesen sein.. aber nach ein paar Mal dort sein mag ich die Gegend um La Candelaria mittlerweile ganz gern ;)
Neuer Tag, neues Glück - diesmal mit Flugbestätigung (haben einen Hin-und Rückflug Bogotá - Panama gebucht, weil das sogar billiger war als nur der Hinflug). Ich hab wirklich gehofft den selben Herrn mit Zettelchen wieder zu sehen - und genau so war es.. Und er hat sich genau an uns erinnert!! Keine Chance uns in die Augen zu schauen wegen seinem schlechten Gewissen! Ar*** ... auf alle Fälle hat er ganz genau gewusst wer wir waren und ein bisschen Deutsch fluchen direkt neben ihm hat dann unseren Frust ihm gegenüber etwas abgebaut und sein schlechtes Gewissen hoffentlich etwas größer gemacht..
Alles andere an dem Flug nicht weiter erwähnenswert.. außer, dass in Panama dann kein Mensch das Ausreisedokument kontrolliert hat bei der offiziellen Einreise..
Aber ja - das ist alles gut vorbei - hat uns 24 Stunden und Geld für neue Tickets gekostet, aber diese Dinge gehören halt einfach dazu. Wieder mal was erlebt und dazu gelernt. ;)
Alles andere an dem Flug nicht weiter erwähnenswert.. außer, dass in Panama dann kein Mensch das Ausreisedokument kontrolliert hat bei der offiziellen Einreise..
Aber ja - das ist alles gut vorbei - hat uns 24 Stunden und Geld für neue Tickets gekostet, aber diese Dinge gehören halt einfach dazu. Wieder mal was erlebt und dazu gelernt. ;)
Also - Panama. Panama City für die ersten 2 Tage.
Da muss ich euch jetzt "leider" geschichtlich ein paar Dinge erzählen, weil das für Panama City und den Kanal bzw. für die Bilder recht wichtig ist. ;) Außerdem schadet ein bisschen Geschichte-Wissen sicher keinem ;) Und ich muss an dieser Stelle auch zugeben, dass mir die Ausmaße und vor allem die Auswirkungen (geschichtlich und auch aktuell) des Panama Kanals nicht wirklich bewusst waren...
Panama ist seit 1821 Teil von "Gran Colombia" gewesen, ein Land, das die heutigen Panama, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Peru und Bolivien umfasst hat. Weil Panama das schmalste Land zwischen Atlantik und Pazifik ist hat es wirtschaftlich natürlich eine immer größere Rolle gespielt.. und das erste wirtschaftliche Großprojekt war deshalb Ende der 1840er Jahre eine Zugstrecke durch Panama, die damals von den Amerikanern gebaut wurde.. und lang hat es nicht gedauert, bis die Idee für Schiffe dann auch umgesetzt wurde... Ideen für einen Kanal durch Panama hat es anscheinend schon lange (Napoleon und König Karl V) gegeben. Begonnen haben die Franzosen 1878 mit dem Bau des Kanals quer durch Panama. Knapp 10 Jahre später war aber die Baufirma pleite - Gelbfieber und Malaria und mehr als 22.000 Tote, Regenwetter und Muren etc. haben die Franzosen vom Fertigstellen abgehalten... Die USA haben dann angeboten den Kanal fertig zu bauen - unter der Bedingung, dass auch die Rechte übertragen werden.. Kolumbien hat damals nicht zugestimmt; und Panama hat sich deshalb von Gran Colombia abgesplittet und ist 1903 unabhängig geworden.. Die Rechte sind also übertragen worden und die USA haben innerhalb von 10 Jahren den Kanal fertiggebaut - erste Kanaldurchquerung: 15. August 1914. Dauert übrigens zwischen 8 und 10 Stunden.. ;)
Die Amerikaner haben mit der Übertragung der Rechte natürlich auch die Einnahmen eingeheimst über Jahre und Jahrzehnte lang... bis es dann immer mehr Aufstand von den Panamaniern gegeben hat.. Bei einem von Studenten organisierten Protest 1964 hat es sogar 27 Tote und über 500 Verletzte gegeben.. nach viel politischem Hin und Her hat Amerika dann aber am 31.Dezember 1999 die Rechte für den Kanal vollständig an Panama übertragen.
Der Einfluss der USA beim Bau des Kanals hat natürlich Spuren hinterlassen.. Panama City hat mich echt überrascht.. Hier gibt's eine Skyline! Und eine recht große noch dazu! Überall gibt's große Autos und das Stadtzentrum ist voll von Banken, Bürogebäuden etc. Hier merkt man so gar keinen mittelamerikanischen Flair.. man könnte in jeder amerikanischen Großstadt sein.. Währung: US Dollar..
Da hat die Altstadt Casco Viejo schon mehr Flair. Der erste Eindruck: ähnlich wie Cartagena mit alten, bunten Kolonialbauten. Aber nur auf den ersten Blick ... der zweite Blick hat nämlich dann die leerstehenden alten (schon fast) Ruinen gezeigt... Ein Drittel der Häuser in der Altstadt in Panama sind superschön hergerichtet - Kolonialbauten mit echt viel Stil ... ähnlich wie eben in Cartagena (wenn vielleicht nicht soo bunt)... das zweite Drittel der Häuser wird gerade hergerichtet - Baustellen ohne Ende! Und das dritte Drittel: Ruinen.. wirklich Ruinen - dass diese Wände teilweise noch stehen wundert mich.. (wobei - Eisenstützen sieht man schon hin und wieder..)
Und diese Abwechslung ist nicht straßenweise, sondern es gibt wirklich ein wunderschön hergerichtetes Hotel mit teurem Restaurant direkt neben einer leerstehenden Ruine und direkt daneben Baugerüste.. ganz eigenartig..
Man hat das Gefühl, dass aus der Altstadt ein "upperclass" Viertel werden soll - mit vielen teuren Lokalen, spitzen Restaurants, 3-, 4-, 5- Stern Hotels und damit perfekte Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe.. aber man ist halt noch nicht so weit, sondern halt erst mitten im Bauen...
Wir haben uns natürlich dann gewundert, warum man ein Viertel so werden lässt bzw. warum sich das so entwickeln kann... im Endeffekt haben die vielen Amerikaner damals beim Bau des Kanals auch gleich eine neue amerikanische Stadt errichtet - und die Leute sind damals vom Stadtzentrum (Casco Viejo und jetzige Altstadt) weggezogen und in die neuen Stadtteile.. und das hat die Altstadt komplett leer gelassen und irgendwie sogar zum Ghetto werden lassen.. jetzt haben mittlerweile doch viele das Potential der Altstadt wieder gefunden und bauen es langsam aber doch wieder auf...
Wir sind dann natürlich auch zum Kanal gefahren, um ihn auch zu sehen.. genauer gesagt zu den Miraflores Schleusen - die südlichen Schleusen auf der Pazifikseite.
Okay - an dieser Stelle ist die Frage "Warum gibt's den Kanal überhaupt bzw. was genau ist das?" angebracht... ;)
Im Endeffekt verbindet der Kanal also den Atlantik und den Pazifik .. in Panama gibt es den Lake Gatun, der auf 26 m Seehöhe liegt und der aufgrund seiner Größe dann nicht mehr allzu viele Kilometer Landmasse zwischen den beiden Ozeanen lässt.. somit war damals durch den See natürlich die beste Alternative.. Problem dabei halt der Höhenunterschied.. und deshalb gibt es das Schleusensystem .. Auf der Atlantikseite gibt es Schleusen, die die Schiffe auf 26 m Seehöhe anheben; dann fahren sie durch den Lake Gatun, bis sie dann bei den südlichen Schleusen auf der Pazifikseite wieder auf Meeresspiegelniveau abgesenkt werden. :)
Panama City und der Kanal also diesmal weniger Abenteuererzählungen und mehr Geschichte bzw. Weltgeschehen.. aber deshalb nicht weniger spannend. Ich fands wirklich absolut sehenswert und super interessant den Kanal selbst zu sehen.. jeder kennt den Namen.. aber wie gesagt, die Ausmaße und Auswirkungen waren mir nie so richtig bewusst... und vor allem auch die aktuellen Geschehnisse und eventuellen Auswirkungen auf die Umwelt, Wirtschaft etc.
Von Panama City aus geht's jetzt weiter in Richtung Nordwesten - wieder in den Dschungel und dann etwas weniger Geschichte-Wissen.. ;)
Panama ist seit 1821 Teil von "Gran Colombia" gewesen, ein Land, das die heutigen Panama, Kolumbien, Venezuela, Ecuador, Peru und Bolivien umfasst hat. Weil Panama das schmalste Land zwischen Atlantik und Pazifik ist hat es wirtschaftlich natürlich eine immer größere Rolle gespielt.. und das erste wirtschaftliche Großprojekt war deshalb Ende der 1840er Jahre eine Zugstrecke durch Panama, die damals von den Amerikanern gebaut wurde.. und lang hat es nicht gedauert, bis die Idee für Schiffe dann auch umgesetzt wurde... Ideen für einen Kanal durch Panama hat es anscheinend schon lange (Napoleon und König Karl V) gegeben. Begonnen haben die Franzosen 1878 mit dem Bau des Kanals quer durch Panama. Knapp 10 Jahre später war aber die Baufirma pleite - Gelbfieber und Malaria und mehr als 22.000 Tote, Regenwetter und Muren etc. haben die Franzosen vom Fertigstellen abgehalten... Die USA haben dann angeboten den Kanal fertig zu bauen - unter der Bedingung, dass auch die Rechte übertragen werden.. Kolumbien hat damals nicht zugestimmt; und Panama hat sich deshalb von Gran Colombia abgesplittet und ist 1903 unabhängig geworden.. Die Rechte sind also übertragen worden und die USA haben innerhalb von 10 Jahren den Kanal fertiggebaut - erste Kanaldurchquerung: 15. August 1914. Dauert übrigens zwischen 8 und 10 Stunden.. ;)
Die Amerikaner haben mit der Übertragung der Rechte natürlich auch die Einnahmen eingeheimst über Jahre und Jahrzehnte lang... bis es dann immer mehr Aufstand von den Panamaniern gegeben hat.. Bei einem von Studenten organisierten Protest 1964 hat es sogar 27 Tote und über 500 Verletzte gegeben.. nach viel politischem Hin und Her hat Amerika dann aber am 31.Dezember 1999 die Rechte für den Kanal vollständig an Panama übertragen.
Der Einfluss der USA beim Bau des Kanals hat natürlich Spuren hinterlassen.. Panama City hat mich echt überrascht.. Hier gibt's eine Skyline! Und eine recht große noch dazu! Überall gibt's große Autos und das Stadtzentrum ist voll von Banken, Bürogebäuden etc. Hier merkt man so gar keinen mittelamerikanischen Flair.. man könnte in jeder amerikanischen Großstadt sein.. Währung: US Dollar..
Da hat die Altstadt Casco Viejo schon mehr Flair. Der erste Eindruck: ähnlich wie Cartagena mit alten, bunten Kolonialbauten. Aber nur auf den ersten Blick ... der zweite Blick hat nämlich dann die leerstehenden alten (schon fast) Ruinen gezeigt... Ein Drittel der Häuser in der Altstadt in Panama sind superschön hergerichtet - Kolonialbauten mit echt viel Stil ... ähnlich wie eben in Cartagena (wenn vielleicht nicht soo bunt)... das zweite Drittel der Häuser wird gerade hergerichtet - Baustellen ohne Ende! Und das dritte Drittel: Ruinen.. wirklich Ruinen - dass diese Wände teilweise noch stehen wundert mich.. (wobei - Eisenstützen sieht man schon hin und wieder..)
Und diese Abwechslung ist nicht straßenweise, sondern es gibt wirklich ein wunderschön hergerichtetes Hotel mit teurem Restaurant direkt neben einer leerstehenden Ruine und direkt daneben Baugerüste.. ganz eigenartig..
Man hat das Gefühl, dass aus der Altstadt ein "upperclass" Viertel werden soll - mit vielen teuren Lokalen, spitzen Restaurants, 3-, 4-, 5- Stern Hotels und damit perfekte Anlegestelle für Kreuzfahrtschiffe.. aber man ist halt noch nicht so weit, sondern halt erst mitten im Bauen...
Der Platz vor der Kirche mit einigen netten Lokalen ausgestattet .. und zwischen drinnen wieder ein paar Ruinen... ganz eigenartig..
ein neu saniertes Gebäude direkt neben Baugerüsten..
Das war vermutlich mein "Lieblingsgebäude" in Casco Viejo - einfach weil es die Absurdität so gut darstellt.. das war nämlich direkt am Meer.. super Ausblick, einen Strand davor .. ein riesiges Grundstück dahinter - also an und für sich DAS Grundstück schlechthin.. und dann steht dort genau eine Mauer und nichts weiter.
Streetfood auch hier super! :)
Sonnenuntergangsblick
Wir sind dann natürlich auch zum Kanal gefahren, um ihn auch zu sehen.. genauer gesagt zu den Miraflores Schleusen - die südlichen Schleusen auf der Pazifikseite.
Okay - an dieser Stelle ist die Frage "Warum gibt's den Kanal überhaupt bzw. was genau ist das?" angebracht... ;)
Im Endeffekt verbindet der Kanal also den Atlantik und den Pazifik .. in Panama gibt es den Lake Gatun, der auf 26 m Seehöhe liegt und der aufgrund seiner Größe dann nicht mehr allzu viele Kilometer Landmasse zwischen den beiden Ozeanen lässt.. somit war damals durch den See natürlich die beste Alternative.. Problem dabei halt der Höhenunterschied.. und deshalb gibt es das Schleusensystem .. Auf der Atlantikseite gibt es Schleusen, die die Schiffe auf 26 m Seehöhe anheben; dann fahren sie durch den Lake Gatun, bis sie dann bei den südlichen Schleusen auf der Pazifikseite wieder auf Meeresspiegelniveau abgesenkt werden. :)
Miraflores-Schleusen
Hier sieht man schön den Wasserunterschied zwischen zwei Kammern... wenn Schiffe durchfahren werden die erst auf gleiches Niveau gebracht und dann werden die Tore geschlossen und das Schiff abgesenkt bzw. durch mehr Wasser angehoben um in die nächste Kammer zu fahren.
Blick nach Süden
Leider kein großes Schiff beim Durchfahren - aber eine kleine Jacht haben wir gesehen ;) schaut echt klein aus in dem riesigen Wasserbecken...
Superspannend!! Vor allem die wirtschaftlichen Auswirkungen .. kein Schiff muss mehr rund um Südamerika .. und wenn man sich das auf einer Karte anschaut, dann macht das einen unglaublichen Unterschied!
Die Abmessungen der Schleusenkammern sind aktuell übrigens in der Länge 294,13 m, breit können die Schiffe 32,31 m sein.. und weltweit sind die Schiffe nach diesen Massen gebaut.. Variiert etwas je nachdem welche Art von Schiff und wie groß der Tiefgang der Schiffe ist..
Aber es wird gerade an einer Erweiterung gebaut, die größere Schiffe zulässt. Die Geplante Fertigstellung hat sich auf 2016 verschoben und das geplante Budget wird höchstwahrscheinlich um einiges gesprengt werden...
Zusätzlich zu dieser Erweiterung gibt es auch in Nicaragua Kanal-Pläne, die jedoch heftig diskutiert werden und in Nicaragua von vielen Bewohnern kritisiert werden.. 2012 haben die Politiker dort einem Bauprojekt einer chinesischen Firma zugestimmt.. Vor allem die Auswirkungen auf die Umwelt durch einen Bau wären unvorstellbar und dementsprechend gibt es nach wie vor von vielen vielen Seiten Kritik - gerade vor einer Woche habe ich gelesen, dass sich ein Dorf so sehr gegen den Bau wehrt, dass die Streckenführung des Kanals geändert werden soll... Gerade erst letzte Woche gab es in Nicaragua organisierte Proteste gegen den Bau mit mehr als 15.000 Teilnehmern. Die größten Kritikpunkte gegen die chinesischen Pläne sind vor allem die fehlende Notwendigkeit, die Unvereinbarkeit mit den Wünschen der Bewohner und die unglaublich katastrophalen Auswirkungen auf die Umwelt..
Ich hab dann recht viel dazu gelesen und wen es interessiert - googeln - wirklich spannend, was sich hier auf dieser Seite der Erde wirtschaftlich so tut..! Bzw. tun könnte und wie China sich durch den Bau oder eben nicht-Bau quasi auch auf diesem Fleckchen Erde wirtschaftliche Vorteile sichern möchte.. Spannend.. oder beunruhigend.. bin mir da noch nicht so ganz sicher. Wir werden vielleicht in Nicaragua etwas mehr darüber rausfinden..
Von Panama City aus geht's jetzt weiter in Richtung Nordwesten - wieder in den Dschungel und dann etwas weniger Geschichte-Wissen.. ;)




















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