Sonntag, 20. September 2015

Nicaragua - San Juan del Sur

Von Monteverde aus sind wir dann in Richtung Nicaragua aufgebrochen. Einzige Möglichkeit des Tages: Bus um 6 Uhr. Deshalb Wecker und halb verschlafen in Richtung Haltestelle.. dort waren wir dann knapp 35 Minuten vor geplanter Abfahrt, weil wir vorab keine Tickets gekauft hatten und wir lt. Unterkunftauskunft deshalb früher dort sein sollten.. 
Gesagt getan - wir sind dann eingestiegen und abgefahren. Innerhalb von 2 Minuten.. also wenn wir da erst kurz vor 6 Uhr gewesen wären, wäre die Reise um einen Tag zu verschieben gewesen.. also hier weiß man wirklich nie, wann was fährt .. ;) 
Aber wir haben den Bus erwischt, mit dem sind wir dann knapp 1,5 Stunden zum Highway gefahren, wo uns der Busfahrer rausgeschmissen hat. Dort sollten wir auf einen Bus warten, der in Richtung Norden fährt. Diesmal mit wirklich viel Glück haben wir nur ein paar Minuten gewartet und der erste Bus der aufgetaucht ist - ein Bus, der uns sogar über die Grenze gebracht hat anstatt nur bis zum Dorf kurz davor..
Deshalb war dann die Landgrenze Costa Rica - Nicaragua recht einfach :) 
Wenngleich auch rustikal und mit Ankunft in Nicaragua hat man einen Unterschied gemerkt! 

Nicaragua ist ärmer als Costa Rica und irgendwie rustikaler. Beim aus dem Bus aussteigen haben einen gleich fünfzehn Leute empfangen, die einem alles mögliche verkaufen wollten etc.  Aber mit der Grenzüberquerung ist auch alles gleich billiger geworden. 

Erstes Ziel in Nicaragua: San Juan del Sur - ein kleiner Surferort an der Pazifikküste mit einem hufeisengeformten Strand. Anscheinend bekannt als Partyort.. aber weil wir in der Nebensaison unterwegs waren, war der Strand die meistens menschenleer.. 

Strand ist geformt wie ein Hufeisen



durch die Hufeisenform gibt's echt große Wellen - und deshalb auch ein Surferparadies


einen pazifischen Sonnenuntergang genießen :) 

Lustigerweise gibt's hier teilweise in Lokalen Papageie.. den hier hat aber ein Kunde mitgebracht .. auf dem Holzstecken auf dem der Papagei sitzt hat er ihn ins Lokal getragen und dann einfach dort hin"gestellt".. wie wenn man bei uns mit einem Hund spazieren geht.. oder so ;) 


Strände also menschenleer - aber so manch andere Lebewesen tummeln sich an einem benachbarten Strand zu hunderten.. 

Die Rede ist von Oliv-Bastardschildkröten im La Flor Natural Beach Resort (ein Strand ca. 25 km südlich von San Juan del Sur). Zu dem Strand kommen regelmäßig zwischen Juli und Dezember tausende Oliv-Bastardschildkrötenweibchen um Eier zu legen. Das Besondere an dieser Schildkrötenart: sie legen Eier gemeinsam; dh. es kommen immer viele viele Weibchen gemeinsam an den Strand um Löcher zu graben und dort Eier zu legen. In der Woche bevor wir dort waren, gab es anscheinend an einem Abend über 6.000 Schildkröten, die gemeinsam an den Strand gekommen sind.  

Bis die kleinen schlüpfen dauert es ca. 45-60 Tage, das heißt ein Schildkrötenweibchen kommt drei bis vier Mal pro Saison zum Strand um Eier zu legen. Pro Nest sind es zwischen 80 und 160 Eier.. Also an und für sich uuunglaublich viele Schlüpflinge.. trotzdem überlebt es nur jede tausendste Schildkröte bis zum Erwachsenenalter..

Großes Problem neben den natürlichen Feinden: der Mensch. Viele Einheimische machen mit den Schildkröteneiern Geld und rauben deshalb immer wieder Nester aus. In dem geschützten Bereich rund um La Flor gibt es deshalb Nachtwächter .. aber trotzdem schaffen es viele Leute an die Eier zu kommen.. 
Unser Guide hat uns auf die Schiffe aufmerksam gemacht, die recht weit draußen vor der Bucht waren und anscheinend nach Schildkröten gefischt haben, um denen dann dort draußen den Bauch aufzuschneiden um so an die Eier zu kommen.. :( Die Leute lassen sich wirklich immer wieder was neues einfallen um solche Dinge ungestraft zu tun.. furchtbar..

Das Erlebnis generell den Schildkröten beim Legen zuzusehen war einmalig. Wir sind echt nah an die Weibchen heran gekommen und sie haben sich auch nicht wirklich stören lassen.. wichtig jedoch: rotes Licht, kein weißes, weil das viel zu sehr blendet.. und das rote sehen sie anscheinend gar nicht. 

Und so haben wir ihnen dann zusehen können.. über 6.000 waren es bei uns leider nicht mehr - aber knapp 20 Schildkröten haben wir sicher in der kurzen Zeit gesehen in der wir dort waren.. Spannend, wie sich diese Tiere an Land bewegen, wenn man weiß, wie leicht es ihnen unter Wasser fällt. 

gerade beim Loch buddeln

Ein paar frisch geschlüpfte Schildkröten - aus einem übersiedelten Nest im Reservat - deshalb haben wir sie mit der Hand aussetzen dürfen. Suuuuupercool! Die sind echt total süß. :) 

Genaues Hinschauen ist hier gefragt - aber man sieht schon ein paar Eier im Nest.

und noch ein paar mehr :) 





In Malaysia hab ich ja damals auch kleine Schildkröten beim ins Wasser laufen zugesehen - aber hier die Kombination aus Muttertieren, die Nester graben und den kleinen, die diese Saison geboren worden sind - und das am gleichen Fleck ist schon besonders. 
Vor allem auch weil es halt dann so viele Weibchen auf einmal waren.

Anscheinend gibt es nur mehr 7 Strände weltweit, wo die Bastardschildkröten in großen Gruppen Eier legen können; viele andere Strände sind dem Tourismus geopfert worden.. 

Ich hoff, dass ich eines Tages eine der kleinen von uns ausgesetzten Schildkröten irgendwo beim Tauchen treffe!! :)

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