Nach Sucre gings weiter in den Süden. Tupiza ist schon nahe an Argentinien und nahe der bolivianischen Weinregionen (hab den Wein Probiert - naja). Obwohl Tupiza bekannt ist für seine tolle Landschaft, kommen nicht viele Backpacker hierher. Eher richtige Touristen, die hier wandern.
Anfangs hab ich mir ja auch gewünscht, nicht hergekommen zu sein. Die Busfahrt war a Katastrophe. Ich hab ja einige Nachtbusse schon erlebt und einige waren okay und anderen eher weniger. Aber diese war einfach furchtbar. Geplant war die 5 Stundne lange Fahrt von 8-1. Also nicht mal ein richtiger Nachtbus. In Bolivien kriegt man Sitznummern, also kann man sich leider nicht aussuchen, neben wem man sitzt. Ich hatte den Hauptpreis im Bus: ein ca. 60 Jahre alter, Coca-Blätter kauender Bolivianer, der seinen Mund beim Kaufen offen hatte (neben dem grausigen Geräusch also auch noch der penetrant stinkende Geschmack von Coca und seinen faulen Zähnen). Als wär das nicht genug, ist hinter mir noch ein Typ gesessen, der so laut geschnarcht hat, wie ich noch nie jemanden schnarchen gehört hab. Und zu guter Letzt ist der Bus natürlich auf halbem Weg eingegangen... Wir sind also statt um 1 um 4 Uhr in der Früh angekommen und durften dann noch unser gebuchtes Hostel suchen...
Der nächste Tag ist leider nicht viel besser gewesen. Ich hab versucht die beiden Touren zu buchen, die ich für die nächsten Tage geplant hatte. Horsebackriding und die Salzwüstentour. Das das ganze stundenlang dauert, hätt ich mir nicht gedacht... Einige Agenturen haben zu, die anderen sind viiiel zu teuer... hab den ganzen Tag damit verbracht und im Endeffekt in meinem Hostel gebucht. Beides. Wär auch einfacher gegangen, aber dafür war ich dann echt zufrieden mit dem was ich gebucht hab.
Den Horsebackriding Trip wollt ich unbedingt machen. Die Canyons und Felsen zu sehen hab ich mir vom Pferd aus nochmal besser vorgestellt. Und so wars dann auch!
Hab am Anfag nur ein bisschen gezweifelt. Der Guide (eine Frau wie sich dann herausstellte) spricht kein Wort Englisch. Haha... Hab für 2 Tage gebucht. Also musst ich mich auf meine (immer noch basic) Spanischkenntnisse verlassen. Ich hab mich dann damit bei Laune gehalten, dass ich sonst meine Ruhe genießen kann, wenn ich nix versteh :)
Überraschenderweise ist das mit dem Spanisch recht gut gegangen. Wir haben uns immer besser verständigen können und am zweiten Tag so gut wie alles kommunizieren können.
Die Reittour war echt super! Ein paar Bilder für euch:
Puerta del Diablo (Tür des Teufels) heißt diese Felsformationen, die vom Wasser so geformt wurde wie sie ist.
Riesige Kakteen im ganzen Tupiza Tal.
Eingang in den Inka-Canyon.
Übernachtet haben ich uns Illa (mein Guide) in einem kleinen Ort bei einer einheimischen Familie. Wahnsinn zu sehen, wie die leben. Zu viert auf ca. 10 m². Die Feuerstelle zum Kochen vor dem Haus. Wasser zum Waschen in dem schwarzen Container. Die Familie war super lieb und der Vater wollte so ca. alles von mir und Österreich wissen, was es zu wissen gibt (wo genau liegt Österreich, wie viele Einwohner? Wie schaut die Landschaft aus? Was mach ich zuhause? Was arbeiten meine Eltern?) Für ihn war echt schwer nachzuvollziehen, dass meine Eltern zwar am Land leben aber nicht auf einer Farm. Das gibt es in Bolivien garnicht. Land und Farm oder Stadt und eine andere Arbeit.
Er wollt auch wissen was wir produzieren, importieren, exportieren... Alles einfach. War recht spannend. Alles auf spanisch. Mein Lieblingsteil der Unterhaltung war als ich erzählt haben, was in Österreich produziert wird und er darauf stolz meinte: "Wir in Brasilien produzieren Kokain". Haha! Er hat dann noch vorgeschlagen, ich sollt doch ein Kilo mit heimnehmen und für viel Geld verkaufen - hmmm... - nein, lieber nicht ;)
Nach tollem Abendessen, inklusive Fischen aus dem Fluss direkt neben dem Haus (von denen ich die Köpfe als einzige liegen gelassen habe) und einer ruhigen Nacht, gings am nächsten Tage wieder am Pferderücken weiter.
Die Landschaft um Tupiza ist wirklich einzigartig und wunderschön. Die Canyons und Felsen und die unterschiedlichen Färbungen wegen der Mineralien. Echt schön.
Nach insgesamten 15 Stunden am Pferd hab ich mich am Abend des zweiten Tages nicht mehr bewegen können. Nach der Dusche hab ich mich kurz ins Bett gelegt und hab eine halbe Stunde später fast nicht mehr aufstehen können. Schuld war der Rucksack am Rücken für zwei Tage. Beim Traben und Galoppieren geht das ganz schön aufs Kreuz. Für den nächsten Tag war die Salzwüsten-Tour geplant. Dem Muskelkater und den Verspannungen war das aber egal. Also mit Schmerzen in die Tour starten.
Naja... Es wars aber auf jeden Fall Wert!
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